Wissen über Gewalt im Alter

Gewalt im Alter ist nicht immer offensichtlich. Wissen hilft, genauer hinzusehen und das Erlebte oder Beobachtete besser einzuordnen. Alter ohne Gewalt beteiligt sich an Forschungsprojekten und bringt neue Erkenntnisse in die fachliche und öffentliche Diskussion ein. Damit mehr Menschen Gewalt früh erkennen und wissen, was sie tun können.

Gewalt hat viele Formen

Das Nationale Kompetenzzentrum Alter ohne Gewalt unterscheidet folgende Gewaltformen:

  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Finanzielle Gewalt
  • Medikamentöse Gewalt
  • Sexualisierte Gewalt
  • Verletzung der Grundrechte
  • Vernachlässigung
  • Altersdiskriminierung
  • Digitale Gewalt
  • Cyberkriminalität

In Zahlen

  • 300 000 Menschen ab 60 Jahren sind in der Schweiz schätzungsweise jedes Jahr von Gewalt oder Misshandlung betroffen.

  • 1 von 5 Personen ab 60 Jahren in Europa erlebt gemäss WHO innerhalb eines Jahres eine Form von Gewalt oder Misshandlung.

  • 357 Menschen haben sich 2025 an Alter ohne Gewalt gewendet. Die geschätzte Zahl der Betroffenen dürfte jedoch deutlich höher liegen.

Fragen zu Gewalt im Alter

Was zählt zu Gewalt im Alter?

Gewalt ist, wenn ein älterer Mensch schlecht behandelt oder in seinen Rechten verletzt wird. Auch wenn notwendige Hilfe oder Pflege ausbleiben, kann das Gewalt sein. Häufig geschieht Gewalt in Beziehungen, in denen Vertrauen erwartet wird. Nicht immer ist sie beabsichtigt.

Warum bleibt Gewalt im Alter oft unerkannt?

Viele ältere Menschen sprechen lange nicht darüber, was sie erleben. Scham und Angst vor den Folgen können sie davon abhalten, Hilfe zu suchen. Manche sind im Alltag auf die Person angewiesen, von der die Gewalt ausgeht. Andere möchten Probleme innerhalb der Familie lösen oder wissen nicht, wo sie Hilfe finden.

In welchen Situationen kann Gewalt entstehen?

Gewalt im Alter kommt in unterschiedlichen Lebensbereichen vor. Sie kann in einer Partnerschaft oder im familiären Umfeld geschehen. Auch dort, wo ältere Menschen gepflegt, betreut oder behandelt werden, kann es zu Gewalt kommen. Das betrifft das eigene Zuhause genauso wie professionelle Einrichtungen. Dabei können Überforderung, Abhängigkeiten oder schwierige Rahmenbedingungen eine Rolle spielen.

Forschung und Kampagnen

  • Älterer Mann sitzt auf dem Sofa und liest eine Broschüre

    Gewalt bei älteren Paaren

    Mindestens eine von fünf Frauen in der Schweiz erlebt Gewalt in der Partnerschaft. Auch Männer sind betroffen. Gewalt in Paarbeziehungen gibt es auch im Alter – oft bleibt sie lange verborgen.

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  • Ältere Frau blickt nachdenklich aus dem Fenster

    Gewalt bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund

    Bei häuslicher Gewalt stossen ältere Menschen mit Migrationshintergrund auf besondere Hürden. Eine aktuelle Studie zeigt, was ihnen den Weg zu Hilfe erschwert.

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  • Kampagnenplakat «Gewalt im Alter – Es ist nie zu spät, Hilfe zu holen!» mit der Beratungsnummer 0848 00 13 13

    Es ist nie zu spät, Hilfe zu holen

    Viele ältere Menschen sprechen nicht darüber, wenn sie Gewalt erfahren – aus Scham oder Angst vor den Folgen. Eine nationale Kampagne macht Mut, darüber zu sprechen und Hilfe zu suchen.

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Wissen schafft Veränderung

Alter ohne Gewalt verbindet Forschung und Praxis. Neue Erkenntnisse helfen uns, ältere Menschen und Fachpersonen noch besser zu unterstützen.